Von unseren Korrespondenten
Märchen von der Guten Seele
Im klassischen Märchen treten klassische Märchengestalten, wie Feen, Nöcke, Waldnymphen und Hexen auf. In dem klassischen Märchen gewinnt immer das Gute über das Böse. Im Leben ist es jedoch bisschen anders. Wir bestreben uns, damit das Gute über das Böse gewinnt, trotzdem gelingt es uns nicht immer so. Das ist eben nur deswegen, dass wir nicht das ganze Bild sehen. Wir sehen nicht, was sich die Seele in einem ihren Leben lernen soll. Wir wissen nicht, dass erst im ganzen, größeren Bild zuletzt das Gut über das Böse gewinnt und es jedoch die Gerechtigkeit gibt. Daß sie erst nach einigen Jahrhunderten kommt, ändert nichts an der Sache. So ist es im Märchen von der Gute Seele geschrieben:
Die gute Seele lebte schon einige Jahrhunderte. Sie einverleibte sich in verschiedene Leiber, lebte verschiedene Leben und zwischen diesen Leben lebte sie in „Bard“. Das war ein Platz im Weltall, wo die Seelen ihr Heim hatten. Dort kehrten sie nach ihren erfolgreichen oder unerfolgreichen Leben zurück, um ihre Leben zu analysieren, welche sie auf ihrem irdischen Weg begangen haben. Auch deswegen, um ihr weiteres Leben zu planen, auf welches sie sich begehen werden. Sie haben sich im Detail ein Plan vorbereitet: wer sich wem geboren wird, wo und wann er geboren wird, welche Sternelage ihren Lebensweg beeinflussen wird, mit welchen Hindernissen sie sich treffen werden um wem sie auf ihrem Lebensweg treffen.
Den Seelen scheint es aus der Sicht von Bard sehr einfach zu sein, weil von dort aus ein Menschenleben nur wie ein Hundertstel gegenüber der Ewigkeit ist. Wenn jedoch die Seelen diesen Weg antreten um das geplante Leben zu leben, scheint es ihnen sehr lang zu sein. Sie vergessen, dass es sie selbst waren, die sich dieses Leben geplant haben und so dauert es ihnen manchmal sehr lange, bis sie endlich verstehen, dass sie selbst Verantwortlichkeit dafür tragen, was sie im Leben begangen hat. Dass alle Probleme im Leben eigentlich die Gelegenheit zur Selbstausbildung, Aufstieg und Studium sind.
Und so sah die Gute Seele im Bard immer nur den ganzen Bild, sie wusste, dass sie sich durch ihre Leben ausbildet und wusste auch, dass sie sehr gut lehrt. Auf der Erde wusste sie jedoch nicht davon, was sie sich im Bard vorgenommen hatte. Mindestens 30 bis 40 Jahren verstand sie nicht, wonach sie sich bestrebt. Erst wenn sie gegen fünfzig Jahre alt war hat sie verstanden, dass sie eigentlich die Gute Seele ist, welche sich alles so schön an sich selbst ausgedacht hat. Dass sie auf dieser Erde deswegen ist, um zu lernen wie sich von allen ihren Fehlern aus ihren vergangenen Leben zu befreien und sich in die Zukunft bessere Leben vorzubereiten.
Die Gute Seele hatte sich entschlossen, sich beim nächsten Weg durch ihr Leben schneller daran zu erinnern, dass die Gute Seele ist und so hat sie sich täglich wiederholt:
„Ich bin ein unsterblicher Geist, bin von Tag zu Tag besser und ich höre nie auf zu lernen. Ich vergesse nie, dass ich licht bin und wie meine Aufgabe ist.“
So hat sich die gute Seele jeden Tag in der Verbesserung ihr Gedächtnis geübt und wusste, dass hätte das jeder gemacht, gäbe es auf der Erde nur Schönheit und Gemütlichkeit, weil alle gut verstanden würden, warum sie auf der Erde sind und warum sie ihre Leben genauso leben, wie sie das tun.
Die gute Seele erzähle von dieser Zeit an allen Seelen darüber, was sie selbst gesehen hat. Viele anderen Seelen dachten, sie sei verrückt, weil sie das sehr schwer verstanden haben. Mehr oder weniger ist das in ihrem Gedächtnis steckengeblieben und würden sie zurück ins Bard kehren, dann würden sie verstehen wie sie Seelen stumpfsinnig waren, dass sie es sich damals von der Guten Seele nicht erklären ließen.
Die Gute Seele lachte dem nur, weil sie wusste, dass es noch viel Arbeit bedeuten wird, bis sich alle lernen, ihr Lebensplan gut zu erinnern. Sie wusste jedoch, dass würde es mal kommen, dann gäbe es auf der Erde wirklich ein irdisches Bild von Paradies werden.
*Bard = Feinstofflichkeit
Lesestück aus der Märchen von
© Ludmila Doležalová, Kanada
bearbeitet vom ao-institut
