Von unseren Korrespondenten
Von dem Mann, der mit „Götter“ sprach - Teil 3
Thor zeigte Yorick:
„Schau, das ist Valhalla aus euren Mythen. Sie sieht jedoch anders aus, als ihr euch das vorgestellt habt. Es ist unser Sitz, der Sitz von wesenhaften Herrschern, wohin die Menschen gewöhnlich keinen Zutritt haben. Nur in außergewöhnlichen Angelegenheiten, wenn es nötig ist, einen Menschen aus der Erde auszustatten, der an sich eine außergewöhnliche Berufung unternahm, demjenigen werden für gewisse Zeit Pforten geöffnet, aber dauerhaft lebt hier kein Mensch. Die Wesenhaftensphären sind kein zu Hause für die Menschen. Folge mich jetzt weiter nach.“
Sie gingen Valhalla vorbei und blieben vor einem großen strahlenden Tor stehen. Hier trafen sie sich mit einem lichten Wesen.
„Das ist dein Begleiter an deiner weiteren Pilgerfahrt. Wenn die Zeit kommt, komme ich hier vorbei und nehme dich zurück zur Erde,“ sprach Thor zu Yorick und kehrte zurück in das Reich den Wesenhaften.
„Willkommen Yorick, sprach zu ihm sein neuer Begleiter. „Ich zeige dir jetzt unser Heim, das Heim von den Menschen. Da ich auch Geist der Menschenart wie du bin, bin ich nur fortgeschrittener in meiner Entwicklung, ich wurde rein und so wurde es mir gnadevoll gegeben, hier zu verbleiben und zu wirken, in diesem wunderschönen Reich. Bevor wir uns auf den weiteren Weg setzen, weiß dass der Mensch ein Geisteswesen ist, welcher mit sich Gabe der freien Entscheidung trägt, im Unterschied zu den Diener wie Thor und weitere Herrscher und Wesenhaften in der Natur auf der Erde wirkend…“
Überrascht fragte Yorick seinen Begleiter: „Wieso das? Bedeutet es, dass sich Thor und alle anderen nicht nach ihrem Willen entscheiden können? Ich habe sie doch oft gesehen, selbstständig verschiedene Angelegenheiten zu lösen.“
„Ja, im Rahmen ihrer Arbeit können sie Entscheidungen treffen und nach ihrem Vorbehalt tätigen, aber ihre Tätigkeit, ihre Wirkung, wird immer im Einklang mit dem Willen des Höchsten sein. Sie stellen sich nie gegen ihn, im Unterschied zu den Menschen, die ihre Gabe der freien Wahl missbrauchten und stellen ihr Willen oberhalb Seines Willens. Die Menschen können sich in jeder Situation entscheiden, ob sie diesen Willen verfolgen werden oder ob sie ihm zuwider stehen werden. Wesenhafte Diener haben diese Wahlmöglichkeit nicht, und dadurch sind sie immer im Einklang mit ihr, ihre Entscheidungsmöglichkeit ist nur in der Suche nach der Weise begrenzt, wie diesen Willen am besten nach ihren Fähigkeiten zu erfüllen.
Jetzt zeige ich dir den Ausweg des Menschengeistes. Das, was ich dir sage, ist eine kurze Wissensbank, aber für diese Weile alles, was du wissen sollst. Den Rest musst du alleine in der Reinheit deiner Empfindung ergänzen, wenn dazu richtige Zeit kommt.“
Der Begleiter führte Yorick in eine wunderschöne Welt, wo im Raum unendliche Mengen von gaukelnden Lichtern schwebten. In friedenvoller Stille überkamen sie zu den Nebelwolken und die sahen aus, als hätten sie geschlafen. Manchmal hat sich einiges davon bewegt, verließ ihre Stelle und sank langsam hinab.
„Das sind die Keime des Menschengeistes. Sie sind bisher unwissend, ohne eigenes „ich“ und verbleiben hier, solange in ihnen ein Wunsch nach Selbstbewusstsein erwacht. Wenn es so geschieht, verlassen sie diese Stelle und fallen hinunter, in die Sphären, welche du auf dem Weg hier durchgegangen hast. In jeder von diesen Sphären verbleiben sie gewisse Zeit und durch ihres Empfinden fängt sich in ihnen ihr eigenes „ich“ zu formen. Nach seinem Wollen verfolgen sie dann solches Empfinden, welches sie anzieht. Je mehr sie empfinden, desto mehr dürsten sie nach weiterem und stärkerem Empfinden, und so folgen sie es immer tiefer und tiefer, bis sie am Rande der materiellen Erde stehen, wo auch du dein Leben lebst in deinem materiellen Körper. Im Augenblick, wenn ein solcher Keim bis zur materiellen Welt gelingt, ist er ganz in seiner Erscheinung geformt und hat menschliche Risse und ist daher vorbereitet, im irdischen Körper einzuverleiben.
Damit beginnt der Kreislauf in dem hintersten Teil der rohen Materie. Sobald sich der Menschengeist genügend entwickelt und sich von allen eventuellen Sünden und Ansuchen bereinigt, deren er bei seiner Wanderung durch grobe Materie verfallen konnte, kann sein erneuter Aufstieg anfangen. Durch alle Sphären, durch welche er hinunter fiel, steigt er nun empor, aber nicht mehr als unwissendes Wesen, sondern als bewusster menschlicher Geist. Genauso wie er sich in jeder von diesen Ebenen gewisse Zeit als unbewusster aufhielt, ist es ebenfalls bei seinem Aufstieg empor, wenn er diese Ebenen als reifer menschlicher Geist durchgehen muß. Erst dann ist es ihm ermöglicht, hier, zu den goldgelben Toren des geistigen Reiches zurückzukehren. Er kommt jedoch in keine gleiche Ebene, aus deren er entstanden ist, sondern eine Stufe höher, wo diejenige leben, die schon ihre Entwicklung übergangen haben. Wie du sicher bei deinem Weg hier entdeckt hast, verfügt jede Sphäre, ob schon materielle oder wesenhafte, über mehrere Abstufungen und genauso auch das geistige Reich. Oberhalb des geistigen Reiches befindet sich noch eine Sphäre, die wohl geistig ist, aber einer höheren Art ist, wohin die Menschen unter üblichen Zuständen keinen Zutritt haben. Bedenke, dass jeder nur so hoch darf, wohin seine Herkunft hinüberreicht. Damit habe ich dir zumindest aus dem Groben die Schöpfung beschrieben. Unser gnädiger Gott, der Schöpfer, befindet sich noch hoch oberhalb dieser Schöpfung, in dem göttlichen Reich. Wenn dir die Schöpfung viel zu groß scheint, weiß dann, das Reich Gottes ist noch vielmehr größer.“
Danach brach der Begleiter seine Rede ab und begleitete den gerührten Yorick zum Geistesreich. Nach gewisser Zeit, nach welcher das war, konnte Yorick gar nicht einschätzen, kam die Rückkehrzeit. Thor schloss sie ein auf dem Weg zurück und bald wanderten sie zusammen zur Erde.
Yorick wachte auf seinem Bett erst spät nachmittags und konnte den ganzen Tag an nicht weiteres denken, als an sein nächtliches Erlebnis. Snorri, welcher zum erfahrenen und scharfsinnigen Beobachter war, behauptete, dass ihm Yorick heute irgendwie ehrheiterer scheint, aber wenn er als Antwort nur glückliches Lächeln bekam, bedrängte er nicht. Er wusste, dass sollte er erfahren haben, was geschah, wird er das in richtiger Zeit wissen.
*
Es geschah einmal, dass ins Dorf Wanderer kamen. Es war eine Familie, ein Mann und eine Frau, welche schon die Hälfte ihres Lebens vorbei hatten und es war noch ein ganz junges Mädchen mit, ihre Tochter. Sie traten eine Reise aus der Anregung ihrer Tochter, vor welcher einmal eine wunderschöne helle Frau stand und teilte ihr mit, sie sollen eine Reise antreten, damit sie ihre Aufgabe erfüllen können, wozu sie sich in anderen Welt verpflichtet haben, sie zu erfüllen. Sie wanderten schon ein paar Wochen, bis sie hier ankamen und beteten, ob sie bleiben können, weil sie spürten, ihre Wallfahrt sei zu Ende. Nach kurzer Besprechung wurde es ihnen ermöglicht und die Dorfbewohner halfen ihnen, ein Haus auszubauen. Bis ihr Haus fertig war, haben sie sich einstweilig beim Dorfhäuptling untergebracht, da sein Heim das größte war.
Wenn sich Yorick mit diesen Fremden getroffen hat, spürte er gleich große Güte und Reinheit. Vor allem um ihre Tochter welche Maja hieß, hat sich die Reinheit und Adel in alle Seiten in breiten Strömen verlaufen. Yorick freute sich, es schien zu sein, dass seine Bitte erhört wurde und es kam eine Helferin, die durch ihr Vorbild Frauen zum höheren Ideal führen wird. Er selbst hat sich darum bestrebt, aber als Mann konnte er dies nicht im ganzen vermitteln und das quälte ihn. Jeder beliebige geistiger Aufschwung welchen alle im Dorf unternommen haben, war damit gebremst, weil damit völlige Harmonie entstehen wurde, war es noch nötig, damit sich alle Einzelteile der Gesamtheit an die echte Stelle verschieben.
Nun hat sich auch das verändert. Sobald sich die Familie eingewohnt hat, fingen sie an Yorick und Snorri regelmäßig zu besuchen und sich gegenseitig ihre Kenntnisse mitzuteilen. Es war lehrensreich für sie alle. Einmal erspürte Yorick er könnte diesen Menschen das allerwichtigste mitzuteilen. Er sagte ihnen von ihrem echten Herrscher, hochstehendem Gott und auch darüber, woher die Menschen stammen. Für Snorri, sowie für Maja´s Vater und Mutter war das eine große Überraschung, aber Maja schüttelte nur still mit ihrem Kopf. Sie wusste schon lange, dass ihre Götter nicht zu diesen sind, für welche sie die Menschen hier halten und spürte in ihrer Reinheit, dass ein höheres Wesen existieren muß.
Neue Familie lebte mit vorbildlichen Leben und vor allem Maja machte sich verdient, dass die Frauen immer größere Sucht nach dem Ideal des echten Frauentums zu spüren angefangen haben.
Wenn sie ihren offenherzigen Wunsch erspürte, wurde sie gerne zu ihrer Lehrerin und übergab ihnen mit Liebe alles, was sie selbst versammelte und wusste. Die Veränderung, welche so verlief, haben alle im Dorf empfangen und die Männer, aus Vornehmheit, Reinheit und echter Liebe, die in ihren Frauen aufwachte, bemühten sich mit noch größerer Eifrigkeit und Willen ihre Aufgabe zu erfüllen. In Folge der Zeit verwandelten sie die anfänglichen Sympathien zwischen Yorick und Maja in reine Liebe und folglich entschieden sie sich zum Licht gemeinsam als Ehepaar gehen.
Das Leben im Dorf ging weiter und die Bewohner machten großen Fortschritt. Yorick erkannte, dass rasch die Zeit kommt, wenn er sein Wissen allen übergeben werden kann. Die Zeit, wenn er endliche den ersten Teil seiner Aufgabe erfüllt und die Wahrheit allen Dorfbewohnern zeigt. Er wartete auf eine geeignete Gelegenheit. Und diese kam bald...
*
Einmal war das ganze Dorf über fernes Donnerwetter des Gewitters bewundert, welche oberhalb der unweiten Küste herrschte. Niemand konnte verstehen, wie solch ein Gewitter so schnell entstehen konnte, wenn noch eine Weile früher nichts zeugte, der sonnige Tag konnte durch etwas gestört werden. Yorick war zu dieser Zeit außer Dorf, wenn er heftige Töne von Kräften hörte. Erstaunt lief er auf den höchsten Gipfel und oberhalb der Küste sah er dunkle Wolken, in ziemlich kleinem Kreis um eine Stelle gekuppelt.
„Ich muß bei nächster Gelegenheit Thor fragen was los sei,“ dachte er, aber die Antwort wurde ihm zum Erstaunen im kommenden Augenblick gegeben.
Vor Yorick befand sich das Wesen der Luftkraft:
„Ich bringe dir Warnung, Mensch! Es kommen hörnertragende Menschen zur Küste angesegelt, mit der Absicht zu rauben und zu töten! Der Herrscher des Gewitters verzögert ihren Gang, damit ihr genug Zeit zur Vorbereitung habt! Laufe am schnellsten ins Dorf und bereitet euch für die Verteidigung! Erwartet die Angreifer auf dem Hügel hinter dem Dorf! Nirgendwo anders!“
Mit den letzten Wörtern verschwand das Wesen und Yorick lief hinunter.
„Hörnertragende Menschen“? überlegte er erstaunt. In diesem Augenblick erschienen in seinem Gedenken die Bilder von Menschen in hornigen Helmen. Vikings! Die Vikings, welche sich wieder an einem ihren Raubzügen befinden! Er fing aus allen seinen Kräften an, ins Dorf zu laufen. Aus den Sagen, welche er schon als Kind hörte, wusste er, welches mörderische Getobe diese wilden Eroberer erzielen können. Von ihren gruseligen Befähigungen gab es in dem ganzen nördlichen Germanium die wildesten Geschichten.
Fast atemlos gelangte er ins Dorf und erzählte alles dem Dorfhäuptling. Der gab sofort Panikstimmung. Im Dorf begann Hetzerei. Die Männer rüsteten sich schnell und fassten an ihre lange unbenutzten Schwerte und Schilder. Nach kurzer Zeit standen sie auf demjenigen Gipfel vorbereitet, welchen ihnen Yorick bezeichnet hat. Zum letzten Atem entschlossen sie sich alles, was sie auf der Erde haben zu verteidigen und warteten auf ihre Angreifer. Ja, alle bis zum letzten waren vorbereitet ihre Frauen, Kinder und Vorräte zu schützen, genauso wie ihre Tiere und notdürftiges zum Leben notwendiges Vermögen!
Aus ihrem Hochpunkt beobachteten sie das Geschehen, welches sich vor ihnen wiederspiegelt hatte. Mit Dank wandten sie sich im Geist an Thor und seinen Bote. Hätten sie keine Warnung erhalten, seien wir angegriffen und wir konnten uns nicht für den Angriff entsprechend vorbereiten. Nun beobachteten sie diejenigen, wie diese von der Küste fortsetzen und eine dunkle Wand der Wolken strömte oberhalb von ihnen und quälte sie mit wilden Regen- und Windfluten.
Trotzdem dauerte es nicht lange und sie standen unterhalb des Gipfels. Hier geschah was seltsames: überall um herrschte Gewitter, nur an die Verteidiger fiel kein einziger Tropfen, weil oberhalb von ihnen blauer Himmel war und die Sonne schien. Als hätte eine starke Kraft oberhalb von ihnen irgendwelche Wand gehalten. Alle dachten mit Dank an Thor, nur Yorick selbst wusste, dass die Kraft, der Willen, aus einer viel höheren Sphäre kommt. Es war der Schöpfer selbst, welcher seine Hand mittels seinen wesenhaften Diener oberhalb von Menschen hielt, welche er sich für ihren bisher noch gesunden Geist für seine Diener ausgewählt hat.
Es schien zu sein, als hätten die Angreifer geschwankt, aber irgendwelcher großer, rotbärtiger Mann, wahrscheinlich ihr Häuptling, erzwang sie mit lauten Schreien in den Kampf. Zahlenmäßig waren die Vikings in starker Überzahl, ungefähr zwei gegen einen, aber sie wurden gelähmt mit ungewöhnlichem Gewitter und viele waren auch aus der schwierigen Weg durch das Land erschöpft. Vom Angriff ins Berg noch mehr erschöpft trafen sie sich mit ihren ausgeruhten Verteidiger. Der Kampf war rasend, aber kurz. Nicht viel zu gut vorbereiteten Vikings stoßen an umschließende Verteidigung der Verteidigerschilder, die in ihrer Sucht den Feind anzuhalten haben und um ihre Nächsten zu beschützen eine unüberwindliche Mauer gebildet haben. Und wenn der Dorfhäuptling im Kampf den rotbärtigen Riese, ihr Kommandant getötet hatte, wandte sich der Rest den überlebenden Vikings auf die Flucht. Einige von ihnen wurden in Gefangenschaft genommen, den Rest ließen sie verflüchten, sie sandten nur Erkunden um zu erfahren, sie seien zurück dorthin gesegelt, woher sie angekommen sind. Auf dem Kriegsfeld fielen die meisten Vikings und wie zum Wunder, keiner von den Verteidigern.
Die Gefangenen wurden ins Dorf abgeführt. Man wusste jedoch nicht, was mit ihnen zu unternehmen. Früher hätte man sie gnadenlos getötet, aber nun schien es ihnen nicht richtig zu sein. Mit bannender Gefahr verließ sie auch ihre Kampfbegierde und sie sahen die Fremden zwar streng an, aber ohne Gehässigkeit. Erst der Häuptling unterbrach die Stille. Danach, als er sich jedem von ihnen aufmerksam in die Augen schaute, forderte er sie auf, ihr wildes Leben aufzuhören. Wenn sie ihre Treue versprechen, können sie mit ihnen leben und ihre schlechten Taten wieder gutzumachen. Yorick, welcher erspürte, dass durch die kluge Wirkung des Gottes Willen wurden nur diejenigen von den Vikings verhaftet, die in ihrem Kern noch nicht ganz verdorben waren, war an seine Laienbrüder sehr stolz. Anstelle den Fremden zu töten, ließen sie diese am Leben und haben ihnen noch angeboten, hier zu bleiben und ihre schlechten Taten wieder gutzumachen. Die Fremden, erstaunt durch solche Hochherzigkeit, stimmten gerne zu. Viele von ihnen sehnten schon alleine oft friedenvoller als bisher zu leben und beteten heimlich ihre Götter, es ihnen zu ermöglichen.
Nach gewisser Zeit, nachdem sie sich in die Gesellschaft eingegliedert haben und es verschwunden wohl die letzen Reste des anfänglichen Misstrauen, erzählten sie an einer Dorfsammlung, wie sie schon seit längerer Zeit das Leben eines Eroberers zu hassen anfingen, aber grausamer Häuptling, welcher sich die stärksten Kämpfer verbunden hat, bestrafte mit Tod irgendwelche Ausdrücke von Ungehorsamkeit. Sie beschrieben, wie sich an ihrem letzten Raubzug wilder Regen zu verfolgen anfing, beinahe sie in der Sicht der damaligen Küste geraten. Das Gewitter war desto stärker, je näher sie zur Land kamen. Dort schien es zu sein, als hätte sich die ganze Natur gegen sie gestellt. Ihre Füße verflochten sich in das hohe Gras, die Regenströme und starker Wind peitschte fortschreitende Männer, und dort wo die Erde gerade und gangbar schien, erschienen Hindernisse und Vertiefungen zu sein, die sie mühsam durchgehen mussten. Gäbe es keinen wütenden Häuptling, vor welchem sich alle gefürchtet haben, hätten sich alle umgedreht und würden weiter segeln. Sie spürten, es haben sie die Götter verlassen. Wenn sie dann vor dem Hügel standen, fiel ihnen ein zusätzlich umwerfender Blick an die Verteidiger. In dem dunklen Gewitter, der überall um herrschte, wölbte sich oberhalb des Gipfels ein glänzender Kreis des blauen Himmels und die Sonne, scheinend durch besonntes Licht und sie verhüllte die Verteidiger mit irgendwelchem lichten Strahlenkranz. Angeblich sahen sie aus als irgendwelche hoheitsvolle sagenhafte Wesen mit glänzenden Schwerter.
Yorick hörte zuerst mit Lächeln zu, aber dann verstand er das in seinem Herzen, kniete und dankte innig. Die von ihren ehemaligen Feinden verwendete Vergleichung half ihm sich alle Zusammenhänge zu begleichen und er verstand, dass sich vielmals mehr hinter der Abwicklung des Kampfes versteckt. Er erkannte, was von ihm, sowie von ihnen allen erwartet wird, wie ihre Aufgabe ist. Die anderen schauten ihn erstaunt an, aber spürten die Ernsthaftigkeit der Weile und warteten leise ab. An alle hat Yorick´s Empfinden stark gewirkt. Der hob sich nach einer Weile und es sah aus, als hätte seine Gestalt durch Erkenntnis geleuchtet. Danach erzählte er ihnen, was er früher, bei seiner Pilgrimfahrt in das geistige Reich erfahren hat. Er erzählte ihnen darüber, wer sie sind und woher sie stammen, erzählte ihnen über Götter, die zwar keine Götter sind, aber in Wirklichkeit treue und mächtige Diener sind, und zuletzt erzählte er ihnen von dem Schöpfer alles Lebens, von der Urherkunft alles Daseins, von dem Heiligen, ewigen Gott. Seine Rede beendete er mit den Wörtern:
„So wie in diesem Kampf, ist unsere Pflicht auch weiterhin in dem Kreis des Lichtes zu stehen und gegen uns umgebende Dunkelheit zu kämpfen. Wir sollen das Licht der Reinheit, Liebe und Gerechtigkeit unter anderen Bewohner dieser Erde verbreiten! Wisst, dass solange wir unserem Herrn und seinem Willen treu bleiben, lässt er keinen einzigen von uns fallen. Ihr könntet euch alle darüber im Kampf überzeugen haben. Erinnert euch immer, dass Gott sein Volk nie verlässt! Nur die Menschen kehren sich von ihm ab. Nun wird es sich jedoch verändern! Mit unserem Vorbild entzünden wir das Feuer der Kenntnis auch in den anderen!
Beten wir alle zusammen und bedanken uns für die gnadevolle Hilfe, welche wir im Kampf erhalten haben und für unseres Erkenntnis, welches uns gegeben wurde.“
Die Menschen hörten diese Sachen zum ersten mal. Früher fiel es ihnen nicht ein, dass es jemanden noch höheren geben könnte, aber trotz ihrem Erstaunen war ihr Inneres schon genug geöffnet und rein, also haben sich Yorick´s Wörter stark eingewurzelt in ihren Herzen und es wird nicht lange dauern und ganz sicher entsteht davon ihnen eine reiche Ernte.
Ende.
Diese Geschichte konnte ein von den Korrespondenten
des AO-Instituts Peter S. aus Pilsen empfangen.
