Von unseren Korrespondenten
Von dem Mann, der mit „Götter“ sprach - Teil 2
Yorick, ganz verunsichert durch Thors strengen und unwilligen Ansehen, wiederholte seine Frage.
Thor schimmerte es plötzlich in seinen Augen und mit der zornigen Stimme wie wilder Sturm schlug er Yorick ein.
„Ich bin nicht dein Diener, unvernünftiger Mensch! Ich werde nicht anstelle dich Sorgen lösen, in welche du selbst geraten bist dadurch, dass du dein Zorn nicht einhalten konntest! Und wage nicht, nochmals in meinem Namen Vernichtung anzurufen! Mit deinem Verhalten hast du bewiesen, daß du gar nicht besser bist als diese zwei! Frage dein Gewissen und wies deinen Stolz zurück, sonst versagst du in deiner Berufung und lädst großes Unglück auf sich! So, wie du dich heute verhalten hast, wird dir in der Zukunft sowieso deine Berufung erschweren. Bemühe dich deswegen das frühestens gutzumachen! Geh jetzt und werde besser!“
Mit diesen Wörtern verließ Thor erschrockenen und beschämten Yorick, der in der Rest der Nacht überlegte, wie er das, was geschah gutmachen soll.
Morgen fragte ihn Snorri, was los sei, dass er so schlapp aussieht. Yorick erzählte ihm von seinem Versagen und seinem Stolz.
Snorri hat ihn lange streng beobachtet: „Es ist gut, dass du Bemühung hast, deine Fehler gutzumachen. Wenn es dir gelingt, deinen falschen Stolz zurück zu weisen, werden wir in deiner Ausbildung fortsetzen.“
Yorick überlegte die ganze Zeit, wie er seine Taten wieder gutmachen kann. Keimender Stolz, über seiner vermutlichen Besonderheit zwischen den Menschen, stellte für ihn weiterhin kein Problem dar. Thors gerechter Zorn und Snorri´s Vorbehalt drängten sich bis zu seinem Herzen. Er wurde sich seinen unrichtigen Verhalten bewusst. Nun begehrte er die Angelegenheit es mit den beiden Jägern gutzumachen. Er wusste was er tun soll, aber sammelte nur mühselig Mut dazu. Zuletzt hat er sich nach zwei Tagen entschieden, dass je länger er zweifelt, desto schwieriger ist es. Er stand auf und verstärkt durch seine Entscheidung fing er an zu handeln. Die Jäger wollten gerade auf die Jagd, wenn Yorick vor sie hervortrat. Mit ernstem Gesicht sprach er zu den zwei Jägern:
„Es tut mir Leid was geschah und was ich gesagt habe. Eure Bemerkungen und Erinnerung an allen früheren Spott haben mich verärgert. Ich erkenne, dass es mir kein Recht gibt, sich zu beherrschen aufhören und ich werde in keinem Fall Thors Blitze gegen euch rufen. Es sei Schande für mich. Ich habe Thor um Verzeihung gebeten und jetzt bete ich euch zwei. Verzeiht mir bitte meine unbedachten Wörter und mein Verhalten.“
*
Einer von den Jäger, überrascht durch Yorick´s Offenherzigkeit und seiner direkter Handlung und gleichzeitig beschämt durch seinen Handeln, trat zu ihm und gab ihm die Hand: „ Du auch verzeihe uns. Unser Verhalten zu dir war schlecht. Es tut mir Leid.“
Yorick griff mit Freude und Erleichterung seine Hand. Der zweite Jäger zog sich mit Hohngelächter durch ohne einen Blick auf Yorick zu werfen. Die restlichen Jäger haben den Mann mit missfälligen Blicken beobachtet. Die Zeit der Jagd rief schon dringend und mit fröhlichem Gruß an Yorick verfolgten sie ihre Pflichten.
Yorick quälte die Ablehnung des zweiten Jägers, so gerne wollte er das auch mit ihm wieder gutzumachen. Snorri erklärte ihm aber, dass es von nun an nicht mehr von ihm selbst abhängig ist. Yorick hat seine Hand mit Verzeihungsbitte angeboten und wenn das der andere nicht akzeptiert hatte, ist das nur seine Sache. Die Notwendigkeit des Ausgleichs wird anders erzielt und Yorick soll sich damit nicht beschäftigen, solange er weiterhin aufrecht stehen wird und wird ehrenvoll und ohne falschen Stolz handeln.
Yorick´s Ausbildung folgte gedeihlich weiter und wenn beinahe ein Jahr vorüber war, kannte er die meisten Geschichten über nordischen Göttern auswendig. Er erfuhr über ihren Taten, Kriegen, welche die Götter mit ihren Gegner Vanen davor führten, bis sie sich vereinigt haben, über ihrem Sitz Asgard, über die Welt der Vanen, Vanaheim, über die Welt den Menschen Midgard, über die Unterwelt und je mehr er wusste, desto größere Ehrfurcht hatte er vor den Götter für ihre große Taten, aber gleichzeitig hat er sich vor ihnen gefürchtet. Sie wirkten genauso unberechenbar wie die Menschen, eigentlich waren sie von Natur nicht besser. Während der Zeit der Schulung trat Thor ihm gar nicht hervor, aber jetzt, wenn Yorick bestimmte Kenntnis erreichte, kam es wieder zu ihrem nächtigen Treffen. Yorick sah sich im Traum vor Thors Altar stehend, wenn hier vor ihm mit Donner Thor allein stand. Er sah genauso wild aus, vielleicht noch wilder als zur jederzeit früher.
„Du hast viel über uns gelernt, Yorick. Die meisten Geschichten über uns kannst du alleine spannend erzählen. Sag mir, was machen deiner Meinung nach die Götter, wie wirken sie auf diese Welt in deren du lebst, was haben sie mit der Welt gemeinsam?“ fragte Thor Yorick während starken Gedonner.
Yorick antwortete ganz im Einklang mit gestopften Kenntnissen: „Ihr, Götter, habt diese Welt geschafft und achtet darauf, damit sich diese nach euren Wünschen entwickelt, kämpft gegen denjenigen, die euch zuwiderstehen und bereitet euch vor für Ragnarok, Götterdämmerung.“
Thor sprach allerdings: „Du hast danach geantwortet, was man dich gelehrt hat, aber denkst du wirklich, dass diese Geschichten echt sind? Ich sage dir, Mensch, es sind nur verbogene Märchen, welche ihr, Menschen, über uns geschaffen habt. Wir haben diese Welt nicht geschafft, wir verwalten nur die Materie, die euch umgeht. Wir formen sie nach den großen Gesetzen, die in der ganzen Welt wirken. Überlege, denkst du wirklich, dass wenn wir so unberechenbar und stimmungsvoll wären, wie ihr das erzählt in euren Geschichten, wäre die Welt so wie sie ist? Würde sie schon nicht längst durch unsere Mitwirkung nicht in dem zerstörenden Chaos geraten? Nein! Alles, einschließlich uns, unterordnet sich der strengen höheren Ordnung! Überlege darüber, Mensch, damit wir weiter fortsetzten könnten…“
Mit diesen Wörtern ist Thor verschwunden und ließ erstaunten Yorick alleine. Morgen sprach er über sein Sehen mit Snorri. Der schüttelte versunken mit Kopf:
„Schon früher hat es mich verwundert, wie die Götter bei ihrer Wildheit und Launenhaftigkeit die Welt in der Weise verwalten können, wie das geschieht. Nach unseren Geschichten, die wir über sie erzählen, wäre es vielleicht nie sicher, ob nach dem Frühjahr Sommer kommt oder gleich Winter, ob der Stein nach unten fallen wird, oder in den Himmel abfliegt. Ich fand damals oft meine Gedanken für lästerlich und habe mich dafür büßen müssen. Nun scheint es mir zu sein, sie gründeten sich an richtiger Empfindung. Sprich derweilen vor den anderen darüber nicht, sie würden es nicht verstehen.“
„Aber was nun?“ fragte Yorick. „Unsere Geschichten sind falsch und die Wahrheit ist uns nicht bewusst. Wie sind also unsere Götter?“
„Darauf kann ich keine Antwort geben. Mach das, was Thor befohlen hat, Yorick. Überlege danach und höre zu, was dein Herz sagt.“
Yorick widmete sich nach einigen folgenden Tagen fleißig der Überlegung. Er forschte, untersuchte, suchte nach logischen Unregelmäßigkeiten, bis zuletzt sein Kopf dröhnte. So geht es nicht, dachte er, so gelinge ich nirgends. Wie sagte es Snorri, höre deinem Herzen zu? Er hinterließ falsche Vernünftelei und anstelle dessen versuchte er, sich in diese Geschichten einzufühlen, sowie auch in die reale Welt. Es dauerte ihm nicht lange und die Geschichten über Götter schienen ihm lächerlich zu sein. Zuletzt erspürte er, dass sich in den meisten von diesen Geschichten ein Körnchen der Wahrheit befindet, aber das war insofern durch menschliche Träumerei und Sucht nach wilden Abenteuern überdreht, dass es fast zu keiner Erkenntnis führte. Mit diesem Verständnis fing sich die Sucht nach dem echten Wissen erwecken. Er sehnte die Wahrheit zu erkennen. Wenn er zu diesem Punkt geriet, trat ihm in dieser Nacht Thor im Traum hervor. Er sah jedoch irgendwie anders aus. Er war nie mehr so wild strubblig und sein Gesicht war auch ruhiger, obwohl er genauso angezogen war, trotzdem wirkte er hoheitsvoller als früher. Seine nordische Wildheit war auf einmal hier und her und er sah irgendwie edlerer aus… heller? Auf Yorick´s ungestellte frage antwortete er:
„Menschen, die uns teilweise noch in ihren Träumen wahrnehmen können, sehen uns durch ihren Gewissenschleier, durch den Schleier der Vorstellungen über uns, welche das empfangene Bild, das sie empfangen, verzerren. Im Einklang mit unsinnigen Geschichten, welche über uns unterrichtet werden, sehen sie uns wie wilde und grausame Kämpfer, aber die Wirklichkeit ist anders. Du bist damit angefangen, die falschen Vorstellungen über uns zu verlassen und deine Wahrnehmung wurde reiner. Meine Gestalt, die du jetzt siehst, ist von der wirklichen noch entfernt, aber ist schon wirklicherer und ernsthafter als diejenige, die du früher gesehen hast. Einmal wirst du fähig sein so zu sehen, wie ich wirklich aussehe und wir werden uns nicht an Träume begrenzen müssen. Wenn das sein wird, hängt es von dir ab. Verfolge mich jetzt.“
Yorick verfolgte Thor, bis sie zur unweiten Waldwiese kamen. Hier wandte sich Thor zu ihm und forderte ihn, sich umzuschauen. Yorick blickte um sich durch. Zuerst sah er nichts außer Gras und Bäume des umliegenden Waldes, bis er mal irgendwelche Gestalten sah. Sie waren überall auf der Erde, im Gras, in den Bäumen, in der Luft, einfach überall dort, wohin er schaute. Überall herrschte gottvolle Bewegung, völlig alles lebte und arbeitete mit Gesang auf dem richtigen Lauf des Lebens.
„Alle diese Gestalten pflegen treu um diese Erde, Pflanzen und Tiere, um alle Elemente, sogar um den ganzen Midgard, um die ganze Erde. Siehst du, sogar die kleinsten sind hier brauchbar. Ihr Menschen weißt sogar nicht, was ihr durch ihre Vorblendung und Streben zur Materie verliert. Jede von den Gestalten die du siehst, hat ebenfalls ihr Haupt, zu dem sie für Rat und weitere Aufgaben geht. Dieser hat wieder seinen Haupt, und so weiter, bis du zuletzt in der Hierarchie zu uns gelingst, welchen ihr Götter sagt. Wir sind die höchsten Herrscher diesen Gestalten, sich um Materie kümmernd, jedoch sind wir keine Götter. Wir sind die Diener desjenigen, der selbst zum einzigen Gott – dem Schöpfer dieser Welt und des Alls ist.
Wir formen die Materie und führen die Wesen uns ganz durch Seinen Willen und Weißheit unterordnet, und dieser Dienst bringt uns die größte Freude. Wir könnten wohl nicht anders. Ihr, Menschen, seid aber nicht zu unseren Untergeordneten, ihr sollt zusammen mit uns zu bewussten Diener hier in der Materie sein und in gemeinsamer Arbeit sollen wir diese Welt veredeln. Wie du schon allein ahnst, macht ihr zu ungunsten nichts solches. Diejenigen von euch, welche die höheren Sphären empfinden können, konnten nicht höher wie zu unserer Sphäre gelingen, zu der Sphäre von Wesen, die sich um materielle Welten kümmern. Und die höchsten Wesen, die sie dort gesehen haben, nennen sie Götter. Sie beobachteten, wie wir mit großer Kraft und Macht die uns gegebene Materie verbinden, formen und wieder trennen und so betrachteten sie uns für den Schöpfer dieser Welt. So ist es jedoch nicht! Diese materielle Welt und die Sphäre, aus welcher wir ausgegangen sind und genauso die Sphäre, in welcher ihr, Menschen, eures wirklichen Heim habt, alle diese Welten, diese ganze Schöpfung, einschließlich allen ihren Bewohner, entstand nur aus dem Willen und Gnaden des Allerhöchsten. Wir alle sind seine Wesen und unterscheiden uns voneinander dadurch, dass wir aus verschiedenen Ebenen kommen und verschiedene Aufgaben haben.
Der Allerhöchste ist soeben diejenige höhere Kraft, welche ich schon erwähnt habe, eben Odin ist es nicht. Odin ist zum höchsten Herrscher unserer Art hier. Er allein ist einer von den Dienern des Höchsten. Frag nun an nichts weiter, Yorick. Ich lasse dich wieder allein, damit du das, was ich dir gesagt habe, innerlich aufnehmen konntest. Überlege danach durch die gleiche Weise, wie wenn du die Wahrhaftigkeit von euren Geschichten über uns geprüft hast und du bekommst Verständnis.“
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Morgen früh wachte Yorick auf und wenn er bewusst wurde, was ihm Thor dieser Nacht mitgeteilt hatte, hat sich sein Kopf fast umgedreht. Diesmal hat er es Snorri nicht erwähnt. Er wurde sich der Erheblichkeit des Wissens, welches er erhalten hat bekannt und obwohl Snorri ein weiser Mann ist, nun würde er das wahrscheinlich nicht verstehen. Zuerst muß es er selbst verstehen, muss damit zuerst selbst umgehen können und darin fest stehen und zuerst danach wird er die Kenntnis wohl den anderen bringen können. Sonst würde er missvertraulich wirken und konnte mit der bisherigen Weltbetrachtungsweise bei den anderen Dorfbewohnern nicht richtig erschüttern können. Er wäre ausgelacht und sie würden kein Korn erkennen, welches er ihnen anstelle von bisheriger Spreu bringt, welches er derweilen fest in seinen Händen hält.
Sowohl für Yorick selbst war es nicht ganz einfach, ganzes Wissen, welches er empfang, einzunehmen. Er war jedoch unnachgiebig und verfolgte andauernd sein Ziel. Wie er vorwärts ging, war sein inneres Spüren immer stärken und er wusste, dass er auf dem richtigen Weg ist. In Folge der Zeit erfuhr er, dass er von sich alleine und während seines täglichen Bewusstseins die Wesen sehen kann, welche ihm Thor in seinem Traum zeigte. Er fing an mit ihnen befreundet zu sein und durch seinen liebevollen Zugriff gab er ihnen unbewusst etwas von sich selbst, hat sie unbewusst gesegnet. Und diese Wesen gaben ihm ihr ungemessenes Wissen von der Natur zurück. Von der Kenntnis der Heilkräuter durch Ratschläge, wie die Produkte auf den Feldern besser zu betreiben, bis zur Warnung, wenn irgendwelche Naturkatastrophe nahe kam. Durch das alles und vieles weiteren gaben ihm die Naturwesen seine Liebe zu ihnen zurück und dadurch hatte das ganze Dorf Nutzen davon. Das Wissen von den Naturwesen haben die Dorfbewohner sehr einfach empfangen, es gaben noch Sagen voll von diesen Wesen und der Vorteil aus der Zusammenarbeit mit diesen Wesen hat wohl die meist ungläubigen überzeugt.
In Folge der Zeit gab es im Dorf keinen Menschen, welcher noch glauben würde, dass diese Wesen vielleicht schlecht oder schädlich seien. Umgekehrt, die Menschen fingen an sich zu der Natur viel vernünftiger zu verhalten und der Gedanke, sie seien wohl inmitten des tiefsten Waldes nicht allein, sondern unter großer Menge von freundlichen Wesen, verursachte ihnen Freude und Sucht nach besserem Verständnis der Natur. Sie fingen an zu verstehen, ihr zu Hause sei nicht nur ihr Heim, in dem sie wohnen, sondern die ganze Erde, die sie mit offenem Armvoll begrüßt, und je mehr sie die in ihren Wirkung veredeln, nicht nur für sich selbst, sondern wirklich veredeln für alle Wesen im Einklang und Harmonie mit der ganzen Umgebung, desto mehr öffnet ihnen die Mutter Erde ihren liebevollen Armvoll.
Yorick hat sie in echter Zeit zum Wissen gebracht, ihre Götter seien nur die Herrscher diesen Wesen und sie sind, genauso wie diese Wesen, weis, gerecht und allen helfend, die in Einklang mit der Natur und ihren Gesetzen leben. Diese Gesetzmäßigkeiten, die überall in der Natur wirken, haben die Dorfbewohner auch einfach und im Ganzen akzeptiert. Die Gesetze hatten doch ihr Bild in den Weisheitssprüchen. Gesetze, wenn gleiches zum gleichen zustrebt, schweres sinkt und leichteres steigt, genauso was du ansäest, wirst du auch ernten. Das einzige was sie erklären brauchten war, das diese Gesetze nicht nur für die Materie als solche gelten, sondern auch für ihre Geistern und ihre Taten, und das übergab Yorick ihnen mit dem höchsten Maß. Er erhielt von Thor und weiteren höheren Wesen viele Beispiele, an denen er das den Zuhörenden erklären konnte. Das alles war jedoch nur die Vorbereitung für das schwierigste, was Yorick noch vor sich hatte. Den Menschen zu erklären, das die Götter zu keinen Götter sind, das echtes zu Hause des Menschen wo anders liegt, höher, und dass sie alle zu Diener eines einzigen Herrn und Schöpfers aller Welten sind. Zuerst mussten jedoch seine Kenntnisse darum ergänzt werden, was er bisher nur mit Ansatz kannte.
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Es verlief wieder ein paar Jahren, bis einmal am frühen Abend vor ihm Thor stand. Es war zum ersten Mal wenn er ihn wach und in seiner echten Form sehen konnte. Er war nie mehr dem früheren Thor ähnlich, den er aus den menschlichen Geschichten kannte, sondern nun sah er vor sich majestätisch strahlendes und hoheitsvoll aussehendes Wesen.
Thor sprach zu ihm: Geh heute früh zu schlafen und ersuche Snorri, dich morgen schlafen lassen. Ich komme in der Nacht zu dir und führe dich zu jemand, der dir von euch Menschen mehr sagt, also kann sich dein Schlaf verlängern.
Yorick tat was ihm Thor sagte und schlief früh ein. Im Traum trat zu ihm Thor, der ihn nach oben, in höhere Sphären nahm. Yorick verstummte durch Prächtigkeit, welche sich vor seinen Augen entwickelte. Je höher sie aufgestiegen sind, desto reinere, glänzende und wunderschönere Welten sahen sie. Nach gewisser Zeit verließen sie die materiellen Welten und wanderten weiter durch die Welten, wo die Wesenhaften siedelten. Hätte das Yorick nicht gesehen, würde er nicht glauben, dass es möglich ist, jedoch war die Welt der Wesenhaften noch wunderschönerer als die lichtesten materiellen Welten. Zuletzt gelingen sie zur durch regenbogenfarbigen strahlenden Burg. Blendend weiße Säulenreihe des inneren Tempels blendete in die Weite mit ihrem Glanz. Hier blieben sie erstens für kurze stehen.
