Diese Gesetze hat der Wille Gottes in das ganze Schöpfungswerk hineingeprägt. Sie waren,
sind und bleiben für immer unveränderlich – einfach und wirkend. Nur
der Erdenmensch nimmt ihre sichtbare Ausdrücke um ihn durch seine
Wahrnehmung mehr oder weniger kompliziert, schwerfällig wahr.
Viele Menschen halten Gott meist für ein dem Menschen in der Art ähnliches Wesen,
obwohl
viel lauterer, klüger und mächtiger. Leider wird diese ungesunde
Vorstellung noch heute von vielen aufbewahrt,
wenn
sie die Existenz von Gott als solche überhaupt zulassen! Ja, so ist es! So
eingeschränkt
und träge nimmt die Menschheit dieses erste Gebot schon seit vielen
Generationen war!
Die Menschen selbst sind die Ursache,
dass zu
ihnen die Hilfe Gottes nicht in derjenigen Weile kommt, wenn sie diese
am
meisten brauchen. Verzweifelte Rufe des Namens Gottes zur Hilfe
verschwächern
sich notwendig durch alle vorherigen oberflächigen Abriße diesen Namen,
wenn er
leichtsinnig ausgesprochen wurde.
Es ist selbstverständlich, daß die Andacht
untrennbar mit
der Weihung des feierlichen Tages zusammenhängt, damit ist aber noch
nicht alles
erfüllt, was hinter den Wörtern feierlicher Tag steckt.
Wer von
den unschuldigen Menschen hat jedoch wenigstens einmal
ernsthafter
darüber nachgedacht, man könne genauso auch mit Gefühlen und Gedanken
töten!
Alles das, woran die
klugen modernen Menschen dabei heute am meisten denken, ist tatsächlich im neunten Gebot
enthalten,
welches spricht: Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib! Was wird dann mit dem sechsten Gebot gemeint:
Du
sollst nicht Ehebrechen? Dieses
Gebot warnt vor dem Eingriff in die Beziehung, welcher Entfremdung von
zwei Leuten zur Folge hat, die bisher in gemeinsamer Harmonie lebten und
außer
anderem auch gemeinsames Bett geteilt haben
Das siebte Gebot spricht deutlich gegen bestehlen
des Anderen! Es spricht in Allgemeinem! Durch das Gebot wird also nicht nur die Tat
selbst
beurteilt, sondern schon die Absicht! Sehe dich jetzt um, Mensch, ob auch du selbst
zuletzt kein
Dieb bist, ob aus dem eigenen Willen, oder aus dem Anreiz eines
Menschen,
für den du vielleicht arbeitest.
Von etwas zu zeugen, was einen anderen
Menschen
betrifft, von seinen Taten und Gedanken, ist nicht nur die Sache von
ernsthaften
gerichtlichen Fällen und Streiten! Von dem Nächsten zeugen wir immer,
wenn wir
die Nachricht von seinem Tun oder Stellung gegenüber den anderen
Menschen
durchgeben. Wie groß ist dann
oft die Überraschung des betroffenen, wie groß dann die
unangenehmen Folgen.
Die Worte des Gebotes sprechen klar
und deutlich! Und trotzdem wurde auch hier der hohe Wert dessen
verdreht, was
dadurch ausgedrückt ist. Laß dich nicht gelüsten! Überlege nur, Mensch,
nach
der Tiefe dieser Worte!
Das zehnte
Gebot, genauso wie alle anderen Gebote, spricht nicht nur zur äußeren,
materiellen Welt, sondern es wendet sich in der ersten Reihe an die tiefste
Innerlichkeit des Menschen! Es ist bekannt, dass schon in der Zeit, wenn Moses diese Gebote dem kleinen jüdischen Volk übermittelt hatte, konnten die Menschen bei der Handlung mit ihren Nächsten sehr gut lügen! Sie konnten geschickt ihr wirkliches Begehren und Gesuche
überdecken!
Der Name
Gottes! Heiliges Wort! Ihr stellt euch wider das eigene Leben, wenn ihr
euch in
eurer Eingeschränktheit der Kraft und Macht der Heiligen Gerechtigkeit
und Liebe
lästert. Der Liebe, aus deren ihr als Wesen entstehen konntet, wie
die Letzten von
der geistigen Schöpfung kommend, konntet euch verstärken und euch edler
Pracht
anzunähern. Sie wurde für euch lange vorher vorbereitet, als ihr, noch
unfähig
in der Kraft des Lichtes zu stehen, in den Strömungen als unbewußte
geistige
Funken herumgeirrt habt.
Hilfe Deinem Nächsten! Dieses Gebot wird nun zur täglichen Gewohnheit für einen jeden, der noch Mensch genannt werden will! Das eigene Ich, erhoben in seinem krankhaften Größenwahn, müßt Ihr durch die für Andere vollbrachten Taten auflösen lernen. Und dies so lange, bis es für Euch zur Selbstverständlichkeit wird un in dem kleingewordenen Ich das gutherzige und empfindungsvolle Denken die Oberhand gewinnt!